facebook: Art-Gabriele Roman  

 

RÜCKERTJAHR - Kulturpackt

VERRÜCKERT IST DIE WELT - VERRÜCKERT NACH DER WELT

in Schweinfurt, seiner und meiner Geburtsstadt

 

In den letzten Jahren haben mich viele meiner Reisen in den Orient geführt, dem ich mich seit Langem verbunden fühle.

Bei einer meiner Reisen in den Iran wurde von Mahmoud Rashad, Autor des Dumont Reiseführers und Doktorand der Vorderasiatischen Archäologie aus dem Schāhnāme (Königsbuch und persisches Nationalepos) vorgelesen, das die Perser im 11. Jahrhundert vor der Arabisierung bewahrt hat. Mit Erstaunen hörte ich, dass Friedrich Rückert diesen Text ins Deutsche übertragen habe und seine Übersetzung bis heute die beste sei. 

Seit dieser Zeit weiß ich, dass Friedrich Rückert -der mir einst während meiner Schulzeit in Schweinfurt lediglich als Heimatdichter vorgestellt worden war- ein Mitbegründer der Orientalistik und einer der bedeutendsten Orientalisten überhaupt war, 44 Sprachen beherrschte und viele Schriften und Gedichte aus dem orientalischen und asiatischen Kulturkreis durch Übersetzung dem Westen zugänglich gemacht hat.

Wie sich Rückert über die Literatur und Sprachen den jeweiligen Völkern angenähert hat, versuche ich mit wesentlich einfacheren Mitteln, dem Reisen und dem Malen die Gedankenwelt anderer Kulturen zu erfassen. Wie ihn treiben mich besonders Themen wie Freiheit, Frieden bzw. deren Abwesenheit, Religion als Ausdruck der “Volksseele”, die soziale Frage, Umweltprobleme, aber auch die Vergänglichkeit des Lebens um.

Mir geht es beim Malen nie um ein bloßes Abbild der Realität. Ich möchte das Nicht-Sichtbare sichtbar machen. Eine Kunst, die zwar ästhetisch, aber gleichzeitig auch sozialkritisch ist. Eine Kunst, die sich der eindeutigen, plakativen Lesbarkeit entzieht und dem Betrachter Raum für eigene Gedanken lässt. D.h. das Kunstwerk vollendet sich in der Kommunikation zwischen Kunstwerk und Rezipienten.

Meine Bilder entstehen in einer Abwandlung der Altmeisterlichen Technik, bei der mehrere Schichten feiner Öllasuren aufgetragen werden und die Lichter mit titanweißer Eitempera gehöht werden. 

Ich freue mich, dass meine Bilder die Gelegenheit erhalten mit den Besuchern der “Nacht der Kultur” in Dialog treten und dazu beitragen dürfen, dass mehr Schweinfurter und selbstverständlich alle anderen Interessierten von der internationalen Bedeutung Friedrich Rückerts erfahren und sich mit ihm, seinen Gedichten und dem Orient von heute auseinandersetzen. 

In diesem Sinne ende ich frei nach Friedrich Rückert:

 

Und

Doch was manch Gemälde entwickelt, wie 

Sollt' ich's auf einmal vor euch offen hie, 

Und wer hineinschaut, mag sich spiegeln. 

Mög' euch die schmeichelnde Gewöhnung 

Befreunden auch mit fremder Tönung, 

Das ihr erkennt: WeltKunst und -Poesie 

Allein ist Weltversöhnung.

 

Dieser Text als Download:

Rückertjahr 2016 - Nacht der Kultur.pdf
Adobe Acrobat Dokument 95.3 KB
Rückertjahr 2016 - Nacht der Kultur.docx
exe File 484.0 KB
Rückertjahr 2016 - Nacht der Kultur.page
Komprimiertes Archiv im ZIP Format 371.7 KB